FinOps passt sich an eine umfassendere technologische Realität an: Cloud+.
Da Unternehmen zunehmend auf SaaS, KI, Private Clouds und Rechenzentren setzen, entwickelt sich FinOps zu einem umfassenderen Betriebsmodell für die Verwaltung von Technologieausgaben und die Steigerung des geschäftlichen Nutzens. Der Bericht „The State of FinOps 2026“ zeigt, dass sich FinOps zu einer proaktiven, technologieübergreifenden Disziplin entwickelt – eine Disziplin, die Entscheidungen mitgestaltet, bevor Verpflichtungen eingegangen werden, und Ausgaben nicht erst nachträglich erklärt.1
Hier kann sich FinOps von einer Optimierungsdisziplin zu einer unternehmensweiten Kompetenz entwickeln. Und genau hier spielt CloudHealth seine Stärken aus: als zuverlässige Quelle für FinOps-Erkenntnisse, Tools und Best Practices für die Zukunft.
Von Cloud zu Cloud+: FinOps erweitert seinen Anwendungsbereich
Der Anwendungsbereich hat sich definitiv über die Cloud hinaus erweitert. Dem Bericht von 2026 zufolge verwalten mittlerweile 90 % der Unternehmen SaaS-Lösungen oder planen dies für das kommende Jahr, neben Lizenzlösungen (64 %), Private Clouds (57 %) und Rechenzentren (48 %).2 28 % der Unternehmen beginnen nun, Personalkosten einzubeziehen – ein Zeichen dafür, dass FinOps sich zur gemeinsamen Sprache für das Management des gesamten technologischen Werts entwickelt.3
Heute verwalten die meisten FinOps-Abteilungen bereits die SaaS-Ausgaben, knapp die Hälfte kümmert sich um die Softwarelizenzierung, und immer mehr erweitern ihre Governance-Maßnahmen auf Private Clouds und Rechenzentren. Diese Erweiterung wird nicht allein durch Optimierungsbestrebungen vorangetrieben. Stattdessen legen Unternehmen den Schwerpunkt auf die Transparenz, Zuordnung und Prognose von Kosten und schaffen damit die Grundlage für eine umfassendere Optimierung.
Dies spiegelt eine weitreichendere Wahrheit wider: Man kann nicht optimieren, was man noch nicht versteht.
Mit der Ausweitung des Anwendungsbereichs von FinOps gewinnen grundlegende Funktionen wie Kostenzuordnung, Berichterstellung und Stückkostenrechnung nicht nur in der Public Cloud, sondern in allen Technologiebereichen zunehmend an Bedeutung.
Optimierung ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, doch Governance spielt eine zentrale Rolle
Workload-Optimierung und Reduzierung von Verschwendung stehen weiterhin an erster Stelle der FinOps-Prioritäten und behaupten diese Position bereits das zweite Jahr in Folge. Unternehmen bemühen sich weiterhin um Effizienzsteigerungen, ohne dabei Abstriche bei Leistung oder Innovation zu machen. Die nächsten zwölf Monate zeichnen jedoch ein anderes Bild.
Workload-Optimierung und Reduzierung von Verschwendung stehen nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste, doch die Daten für 2026 zeigen, dass sich die Prioritäten im Bereich FinOps zunehmend diversifizieren. Insgesamt gesehen sind die Ausweitung des Anwendungsbereichs über Cloud, Governance und Richtlinien hinaus sowie die organisatorische Abstimmung und die Prognose wichtiger als reine Optimierung. Viele erfahrene Teams berichten von abnehmenden Erträgen, nachdem sie die „großen Brocken“ der Verschwendung in Angriff genommen haben.
Untersuchungen bestätigen diesen Trend und zeigen, dass Unternehmen nicht deshalb zu viel ausgeben, weil ihnen die entsprechenden Tools fehlen, sondern weil es ihnen an einer einheitlichen Governance, Automatisierung und einer teamübergreifenden gemeinsamen Verantwortung mangelt.4
FinOps für KI: Transparenz geht vor Optimierung
Das Kostenmanagement im Bereich KI ist mittlerweile fast überall verbreitet: 98 % der Unternehmen geben an, ihre KI-Ausgaben zu verwalten – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 63 % im Jahr 2025 und den 31 % im Jahr 2024. Dabei verfolgt man zwei Ziele: zum einen die Verwaltung des KI-Werts und zum anderen den Einsatz von KI zur Steigerung der FinOps-Produktivität, da die Teams nach Möglichkeiten suchen, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, ohne die Mitarbeiterzahl zu erhöhen.5
Dennoch steht die Optimierung nicht im unmittelbaren Fokus. Stattdessen legen FinOps-Teams den Schwerpunkt auf Funktionen, die ihnen helfen, die Ausgaben für KI zu verstehen: Zuordnung, Datenerfassung, Berichterstellung, Erkennung von Anomalien und Prognosen. Dies entspricht früheren Reifegradmodellen im Bereich FinOps, wie etwa „zuerst Transparenz, dann Optimierung“.
Mit zunehmendem Reifegrad der KI-Anwendungsfälle und dem wachsenden Vertrauen der Unternehmen in die Messung des geschäftlichen Werts von KI wird die Optimierung folgen. Allerdings nur, wenn bereits eine solide Finanzverwaltung vorhanden ist.
Die Produktivitätsherausforderung: Mehr leisten, ohne sich zu verausgaben
Eine der aufschlussreichsten Erkenntnisse aus der jüngsten FinOps-Forschung betrifft nicht die Technologie, sondern die Menschen.
Die Umfrageergebnisse zeigten, dass die Befragten planen, ihren Aufwand in durchschnittlich fast 12 FinOps-Bereichen zu erhöhen, während sie ihn in nur ein bis zwei Bereichen reduzieren wollen, was eher auf eine Ausweitung der Verantwortlichkeiten und der Arbeitslast als auf eine Neugewichtung der Prioritäten hindeutet.5 Gleichzeitig haben die Investitionen in neues Personal nicht mit dem wachsenden Aufgabenumfang Schritt gehalten. Das Ergebnis? Es besteht die reale Gefahr, dass FinOps-Teams überlastet werden.
Erfreulicherweise zeigen Umfragedaten, dass sich die Herangehensweise der Unternehmen an dieses Problem verändert. Zwar ist die organisatorische Ausrichtung nach wie vor von entscheidender Bedeutung, doch haben Investitionen in Tools, Automatisierung und Weiterqualifizierung als Schlüssel zum Erfolg stark zugenommen. Hier spielen moderne FinOps-Plattformen – und das damit verbundene Fachwissen – eine entscheidende Rolle. Automatisierung, integrierte Datenpipelines und richtliniengesteuerte Governance sorgen nicht nur für Effizienzsteigerungen, sondern ermöglichen auch eine nachhaltige Skalierung von FinOps.
FOCUS und das Bestreben nach Standardisierung
Mit der Ausweitung des Anwendungsbereichs von FinOps wächst auch die Herausforderung durch inkonsistente Abrechnungsdaten.
Mehr als die Hälfte der befragten Fachleute plant, FOCUS, die offene Abrechnungsspezifikation der FinOps Foundation, innerhalb des nächsten Jahres einzuführen.5 Viele beabsichtigen, sie direkt in automatisierte Datenpipelines oder Plattformen von Drittanbietern zu integrieren, sobald der Support seitens des Anbieters ausgereift ist.
Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen – Zeit, Fachkenntnisse und eine noch unvollständige Einführung von SaaS bei den Anbietern – doch die Dynamik ist unübersehbar. Da die SaaS-Unterstützung in den kommenden FOCUS-Versionen ausgebaut wird, darf man davon ausgehen, dass die Nachfrage nach standardisierten, vergleichbaren Abrechnungsdaten rasch steigen wird. Standardisierung ist nicht nur eine technische Verbesserung. Sie ist eine Voraussetzung für die Skalierung von FinOps in Cloud+-Umgebungen.
Was das für die Zukunft von FinOps bedeutet
Auch organisatorisch hat FinOps einen „Sprung nach vorne“ gemacht. Im Jahr 2026 sind 78 % der Teams dem CTO oder CIO unterstellt, was die Rolle von FinOps als technologische Kompetenz im Zusammenhang mit technischen und plattformbezogenen Entscheidungen untermauert.6 Unternehmen, in denen Führungskräfte auf Vizepräsidentenebene und darüber eingebunden sind, berichten von einem deutlich größeren Einfluss auf Entscheidungen zur Technologieauswahl – von der Wahl der Cloud-Dienste und -Anbieter bis hin zur Entscheidung zwischen Cloud- und Rechenzentrumslösungen.
Die erfolgreichsten Unternehmen sind diejenigen, die:
• FinOps-Prioritäten eng an der Geschäftsstrategie ausrichten
• in Tools, Automatisierung und Kompetenzen investieren, um verantwortungsbewusst zu skalieren
• die geeigneten FinOps-Fähigkeiten auf jeden neuen Ausgabenbereich anwenden
Bei CloudHealth sind wir davon überzeugt, dass FinOps am besten funktioniert, wenn Erkenntnisse, Governance und Maßnahmen Hand in Hand gehen. Aus diesem Grund investieren wir weiterhin nicht nur in Plattforminnovationen, sondern auch in die Förderung von FinOps-Wissen, um Praktikern dabei zu helfen, sich auf die kommenden Entwicklungen einzustellen, und sie dabei bei jedem Schritt zu unterstützen. Erfahren Sie hier auf unserer Partner-Seite mehr darüber, wie die Partner von CloudHealth Unternehmen dabei unterstützen, moderne FinOps-Praktiken in Cloud+, KI- und SaaS-Umgebungen umzusetzen.
Quellen
1. FinOps Foundation, State of FinOps Umfrage 2026.
2. FinOps Foundation, State of FinOps Umfrage 2026.
3. FinOps Foundation, State of FinOps Umfrage 2026.
4. FinOps Foundation, State of FinOps Umfrage 2026.
5. FinOps Foundation, State of FinOps Umfrage 2025.
6. FinOps Foundation, State of FinOps Umfrage 2026.