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Wie funktionieren Wasserkraftwerke? Vorteile der Wasserkraft

Alternative Energie12 Aug. 2020
Weitblick auf einen Wasserkraftdamm mit mehreren Schleusen, die fließendes Wasser in einen Fluss bei Dämmerung freisetzen, beleuchtet von warmem Licht vor einem wolkigen blauen Himmel.
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Wasserkraftwerke schaffen große Speicher für hydrostatische potenzielle Energie, bewegen große Wassermengen durch Turbinen und treiben Generatoren an, die Strom erzeugen. Der größte Wasserkraftdamm der Welt – der Drei-Schluchten-Damm im Jangtse in China – kann bis zu 22.500 MW Strom erzeugen. Das bedeutet, dass der Damm genug Strom produzieren kann, um über 18 Millionen Haushalte zu versorgen (basierend auf dem durchschnittlichen Energieverbrauch in den USA). Wasserkraftwerke erzeugen fast 6,7 % der weltweiten Elektrizität.

Wie erzeugen Wasserkraftwerke Strom?

Wie funktionieren diese massiven Wasserkraftwerke? Lassen Sie uns die grundlegenden Komponenten eines Wasserkraftwerks und den Prozess zur Erzeugung nachhaltiger, produktiver Energie erkunden.  

Schritt 1: Nutzung der potenziellen Energie

 

Ein tosender Fluss setzt potenzielle Energie in Form von kinetischer Energie und Schall frei―die Schwerkraft bewirkt, dass Wasser einen bestimmten Weg fließt. Staudämme stoppen diese kinetische Energiefreigabe und speichern effektiv die potenzielle Energie eines Flusses in einem seeartigen Reservoir. Wasserkraftwerke arbeiten, indem sie das Wasser und die potenzielle Energie eines Flusses „zurückhalten“. Der hydraulische Druck, der durch die Wassertiefe und die Geschwindigkeit des fließenden Wassers durch die Druckrohre des Damms entsteht, ermöglicht das Drehen der Turbine im Wasserkraftwerk.

 

Schritt 2: Drehen der Wasserkraftturbine

 

Mechanische Lüfter variieren in Form und Größe. Allgemein gilt: Je größer der Lüfter, desto schwerer ist es, ihn zu bewegen. Größere Lüfter benötigen auch höhere Spannungen und größere Motoren, um sie anzutreiben. Große Turbinen, wie die Francis-Turbinen in den Drei-Schluchten-Damm und vielen anderen Wasserkraftwerken, benötigen ebenfalls mehr Energie, um ihre Bewegung zu beschleunigen.

 

Die Francis-Turbine beruht auf dem hydraulischen Druck, um sich zu drehen. Der hydrostatische Druck, der durch die potenzielle Energie des Damms erzeugt wird, schafft diesen hydraulischen Druck, der sich mit der wachsenden Geschwindigkeit des Flüssigkeitsflusses erhöht. Kurz gesagt, ein höherer Damm erzeugt mehr hydraulischen Druck und kann größere Turbinen antreiben. Während die Turbine sich dreht, wird der hydraulische Druck in kinetische Energie umgewandelt. Diese Umwandlung eliminiert effektiv die Geschwindigkeit und den hydrostatischen Druck des Wassers, sodass es langsam aus dem Fuß des Damms fließen kann.

 

Schritt 3: Der Wasserkraftturbinengenerator

 

Die Rotationsbewegung der Turbine erzeugt elektrische Energie. Turbinen sind entweder direkt oder über ein Getriebe oder eine Übertragungseinheit mit elektrischen Generatoren gekoppelt, die die Welle und den Anker des Generators drehen. Der Kommutator und die Bürstenanordnung erfassen den Stromfluss, der durch die Drehung des Ankers des Generators relativ zu seinem Stator erzeugt wird.

 

Massive Generatoren, wie sie in Wasserkraftwerken zum Einsatz kommen, erzeugen einen erheblichen Widerstand gegen die mechanische Drehung (Reluktanz), der nur durch große Drehkräfte überwunden werden kann, die durch die sich drehende Turbine entstehen. Mithilfe eines Übertragungssystems, ähnlich dem in einem Auto, wird die Rotationsbewegung der Turbine in variierende Drehmoment- und Geschwindigkeitsverhältnisse umgewandelt.

 

Schritt 4: Erfassen und Übertragen von Wasserkraft

 

Die erzeugte Elektrizität wird schnell in Netzspannungen umgewandelt, die das lokale Energieversorgungsunternehmen dann über Stromleitungen überträgt. Die Leistungstransformatoren in Wasserkraftwerken erzeugen stromversorgungstaugliche Spannungen aus den vergleichsweise niedrigeren Ausgangsspannungen der Generatoren. Die höheren Spannungen, die ein Wasserkraftwerk verlassen, eignen sich ideal für die Übertragung über weite Strecken, da der niedrige elektrische Strom sie effizienter macht. Zum Beispiel liefert der Glen Canyon Dam in Paige, Arizona, Strom für Häuser fast 900 Meilen entfernt im Norden von Nebraska, wahrscheinlich unter Verwendung von 500 kV Übertragung als Teil der Elektrizitätsreise.

Fortschritte bei erneuerbarer Energie aus Wasserkraft

Wasserkraftwerke sind die größte Quelle erneuerbarer Energie weltweit. Mit der Schaffung neuer Wasserkraftdämmwerke und Gezeitenkraftwerke sowie der Verbesserung der Systemeffizienz wächst der Einfluss der Wasserkraft. Auch die Modellierung der Strömungsdynamik verbessert sich, und die Fertigungstoleranzen werden geringer, wodurch der Wirkungsgrad von Turbinen nahezu 100 % erreicht. Fortschritte in der Getriebefertigung, der Materialwissenschaft für Schmierstoffe und den Fertigungstoleranzen tragen weiterhin dazu bei, die Effizienz zu steigern, ebenso wie stärkere Magnete, effizientere Leiter und bessere Steuerungssysteme. Solange fließendes Wasser und Höhenunterschiede verfügbar sind, wird Wasserkraft eine wertvolle Option für nachhaltige Energie bleiben.

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