Videoencoder/-decoder

Ein Videoencoder/-decoder bzw. Codec ist ein Gerät oder eine Software, die optische Informationen zwischen analogen und digitalen Formaten konvertiert. Bei den meisten Komprimierungsmethoden kommt es primär darauf an, die Qualität des Ausgangsmaterials so gut wie möglich beizubehalten, ohne dass die Videodateien zu groß für die Speicherung und die Übertragung werden. Eine Datei wird zur Übertragung und Speicherung komprimiert und zur Anzeige oder Transcodierung wieder dekomprimiert.

Die Videokomprimierungs-Algorithmen MPEG-4 und H.264 verringern mit Hilfe einer Interframe-Vorhersage die Datenmenge zwischen mehreren Frames. Eine der hierfür verwendeten Techniken ist die Differenzcodierung, bei der ein Frame mit einem Referenzbild verglichen wird und nur Pixel codiert werden, die sich im Vergleich zum Referenzbild geändert haben. Auf diese Weise wird die Anzahl der Pixelwerte verringert, die codiert und gesendet werden müssen. Wenn eine solche Sequenz angezeigt wird, erscheinen die Bilder wie in der Original-Videosequenz.

Bei der Interframe-Vorhersage wird zwischen drei Frame-Typen unterschieden: „I“-, „P“-, und „B“-Frames. Das erste Bild in einem Video ist immer ein I-Frame, was für „Intraframe“ steht. Hierbei handelt es sich um unabhängige Einzelbilder, die separat angezeigt werden können. Ein P-Frame („Predictive Interframe“) verweist auf Teile vorausgehender I- oder P-Frames. P-Frames erfordern weniger Bits als I-Frames. Ein B-Frame („Bi-predictive Interframe“) verweist zugleich auf einen vorausgehenden Referenz-Frame und auf einen nachfolgenden Frame.

Wenn ein Video von einem Video-Decoder wieder hergestellt wird, indem er den Bitstrom Bild für Bild decodiert, muss die Decodierung mit einem I-Frame beginnen. P-Frames und B-Frames müssen zusammen mit den Referenz-Frames decodiert werden.

Gängige Videoencoder/-decoder sind H.264, MPEG-4, MJPEG (Motion JPEG), DV und HDV.

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