Chipkartenschnittstellen
Chipkartenschnittstellen sind Geräte, die in Chipkartenlesern für die Datenübertragung zwischen einem Prozessorsystem und einer Chipkarte verwendet werden. Sie werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, zum Beispiel für Set-Top-Boxen, Kassen-Kartenlesegeräte, Pay-TV und persönliche Kennung. Es gibt kontaktlose Ausführungen wie auch solche mit Kontakt. Jeder Zugriff auf eine oder von einer Chipkarte aus muss eine sichere Übertragung des Datenabrufs mit Zugangsberechtigungssystem sein. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Zugangsberechtigungssysteme. Eines davon ist das verbreitete System VideoGuard – ein digitales Verschlüsselungssystem für die Verwendung für die digitale Satellitenrundfunkübertragung. Die Zugangsschlüssel werden über Satellit oder Modem auf die Teilnehmerkarte geladen, die einen schnellen Wechsel der Kanaldaten ermöglichen und das Signal verschlüsseln, bis die Codes mit der Rundfunkübertragung übereinstimmen.
Chipkartenschnittstellen, die einen elektrischen Kontakt mit der Chipkarte aufbauen, tun dies über eine Standardschnittstelle, die durch sichtbare metallische Kontaktstellen auf der Karte materialisiert sind. Das Schnittstellengerät versorgt sowohl die Kartenelektronik als auch die serielle Datenschnittstelle über diese Schnittstelle mit Strom. Die Spannungsversorgung ist meist in den Schnittstellenbaustein der Chipkarte integriert. Dieser Chip führt zu geeigneter Zeit eine Sequenz serieller Kommunikationen aus, die sogenannten Aktivierungs- und Deaktivierungssequenzen, sollte ein Fehler auf der Karte oder in der Kommunikation auftreten. Der serielle Kanal hat einen Takt, der von einem geräteinternen Oszillator abgeleitet wird. Chipkartenschnittstellen haben aufgrund der physikalisch exponierten Umgebung einen guten ESE-Schutz, meist 6 kV oder mehr. Bei Verwendung in Bezahlsystemen ist die Hardware so konzipiert, dass sie mit den Standards für Europay, Mastercard und Visa (EMV) kompatibel ist. Kontaktpositionen, Übertragungsprotokolle, Zugangsverfahren zu Dateien werden nach ISO 7861 definiert sowie für GSM Mobiltelefonkarten, die sämtlich der Norm GSM11.11 entsprechen.
Kontaktlose Chipkarten kommunizieren über Funkwellen mit einem Terminal. Kontaktlose Chipkartenlesegeräte befinden sich in der Regel in der Nähe eines PIN-Pad, Fahrkartengeräts oder eines anderen Zahlungsgeräts. Sie stellen auf ähnliche Weise die Verbindung zum RFID-Gerät her und erfordern eine geringere Nähe zwischen Karte und Lesegerät. Der Standard, dem diese kontaktlosen Chipkarten entsprechen müssen, ist ISO/IEC 14443. Schnittstellen können bei einigen Lesegeräten einen Abstand bis zu 100 mm haben, sind aber in der Regel sehr viel näher. Eine kontaktlose Chipkartenschnittstelle muss die Möglichkeit aufweisen, die Karte über ihren integrierten Induktor mittels Resonanz-induktiver Kopplung mit Strom zu versorgen.
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